Die Stadt macht aus der Not eine Tugend und erklärt öffentlich, dass auf Radwegen kein oder nur eingeschränkter Winterdienst stattfindet, weil im Winter ohnehin weniger Radfahrer unterwegs seien.2 Damit setzt sie sich in Widerspruch zur Ausweisung der meisten Radwege als benutzungspflichtig: diese Anordnung setzt voraus, dass Radfahrer auf der Fahrbahn so gefährdet wären, dass sie dort nicht fahren können. Dabei geht die Gefahr nicht von den Radfahrern, sondern vom Kraftverkehr aus. Der Kraftverkehr wird aber im Winter nicht weniger. Die Gefährdung der Radfahrer fällt damit im Winter nicht weg. Sind die Radfahrer aber im Winter nicht gefährdet (und brauchen deshalb keinen Radweg), sind sie es auch im Sommer nicht und die Benutzungspflicht kann entfallen. Sind sie im Sommer gefährdet und müssen daher den Radweg benutzen, dann sind sie auch im Winter gefährdet und der Radweg muss geräumt werden.
Um einem möglichen Gegenargument vorzubeugen: im Gegensatz zum Autofahren wird Radfahren nicht dadurch gefährlicher, dass mehr Radfahrer unterwegs sind. Die Unfallrate sinkt vielmehr mit der Zahl der Radfahrer. Dies deshalb, weil andere Verkehrsteilnehmer Radfahrer weniger oft übersehen, wenn mehr Radfahrer unterwegs sind.
Ausweg aus diesem Dilemma: Aufhebung der Benutzungspflicht durch Ausweisung der normale Straßen begleitenden Radwege als »sonstige Radwege«. Verkehrszeichen und damit Kosten werden eingespart. § 45 Absatz 9 StVO wird eingehalten.
Das Ende eines Radweg muss nicht ausgeschildert sein. Das heißt aber nicht, dass es der Geheimhaltung unterliegt. Im vorliegenden Fall ist es dem Ortsunkundigen nicht klar, ob der Radweg hier zu Ende ist oder ob (und wohin) er weitergeht. Ein Reiseradler würde an dieser Stelle die Stadtverwaltung verfluchen und auf die Fahrbahn wechseln.
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Radwege in der Natur, das heißt abseits von Autostraßen, entlang von Flüssen oder Bahnlinien, werden vom Radverkehr gerne angenommen.
Die damit verbundenen Probleme können die Teilnehmer bei der weiteren Fahrt stadteinwärts nördlich des Mains selbst erfahren. Vorsicht bei Rissen im Belag und Glasscherben!
Die Überraschung wartet am Ende dieser Strecke.